Frust in Namibia

Tags:

Ich werde wahnsinnig. Der Deal war, unsere Fahrzeuge im Container in einer Woche von Point Noire nach Namibia zu bringen und jetzt warten wir schon einen Monat und kein Ende ist in Sicht. Anstatt nach Süden zu fahren , ging die Kiste nach Douala( Kamerun) danach nach Togo. Delmas, der Verschiffer hat auch keine Ahnung, warum. Alle unfähig, aber schlimmer noch, es gibt kein Schiff Richtung Süden.  Dabei fing alles so gut an. Man rechnet mit einer Verzögerung und organisiert einen super passenden Trip in den Etoscha Nationalpark.  Eigentlich ein Auto für 10 nur für eine Gruppe von 4. Und dann passt auch die Konstellation. Franz aus Österreich, schon überall gewesen, Alex aus Brasilien, wie ein wahnsinniger in nur drei Wochen mit dem Moped von Paris nach Yaounde ( Kamerun) gefahren, Bike verkauft und weiter, und Julien. 4 Tage Spass und Tiere gucken. Klar, ein bisschen wie Zoo, aber mit dem Moped hätten wir das eh nicht machen dürfen.  Also Zeit gut genutzt und danach in Erwartung der kommenden Bikes Richtung Swarkopmund. Und dann die Message: der Container ist in Togo. Wiedersehen mit den genauso frustrierten anderen Leidensgenossen. Aber was tun. Alle versuchen alles, um herauszufinden, was da überhaupt abgeht. Es kommen entweder keine oder nur widersprüchliche Aussagen von den Verantwortlichen. Hut ab, Olli, der Rock`n Roll Rechtsanwalt aus Uk hängt sich unglaublich rein und nun steht fest: kein  Container vor Januar. Ohne Bike, kein richtiges Weihnachten. Also nach Hause… meine geliebt und vermissten Freunde sehen. Ach ja, ich bin auch noch mit Pistole am Kopf ausgeraubt worden. Halb so schlimm, aber Handy weg und Kreditkarten weg. So kann  ich die Zeit  in Deutschland nutzen ,um alles neun zu organisieren und auch einige Ersatzteile für ( hoffentlich) Rosie mitzubringen. Wieder eine unfreiwillige Unterbrechung, aber ich freue mich auf Ralf und Gaby und meine Freunde. Nachdem diese Entscheidung getroffen war, und ich schon eine Woche in Swarkop , man nennt es nicht umsonst den südlichsten Küstenort Deutschlands, meine Deutschkenntnisse auffrischen durfte( man spricht fast nur deutsch), schiebe ich langsam Frust. Maria und Gertie von der Bäckerei duzen mich schon, ich gucke mit Schalke Fans Bundesligaspiele ( krank) und bin kurz davor, ins hiesige Krippenspiel zu Weihnachten eingebaut zu werden ( als Esel) .  Ich muss hier weg!!! Die Hilfe kommt von Martin und Flori,  Ingenieuren des Fraunhofer Institutes, die nach 5 Wochen Projekt im Busch auf dem Weg nach Windhoek sind, und mich mitnehmen. Chemie perfekt, Spass pur. Wir schauen uns noch die Spitzkoppe an und nehmen dann die Piste über den Bosua Pass anstatt der geteerten Hauptroute zu folgen. Noch drei schöne Tage Campingtour, bevor es ab ins kalte Deutschland geht.
Also allen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch, auf das die Fahrzeuge heil in Namibia ankommen und das Jahr 2012 weniger Probleme bringt. Glück auf.

Dieser Beitrag wurde am Samstag, 17. Dezember 2011 um 15:31 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Weltreise 2011 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

«  –  »

Keine Kommentare

Noch keine Kommentare

Entschuldige, das Kommentarformular ist zurzeit geschlossen.